EU-Unternehmen unterliegen dem Social Credit System

Die EU-Handelskammer und die deutsche Handelskammer in China haben Ende August 2019 zur geplanten Einführung eines Social Credit Systems für Unternehmen Stellung genommen. Die EU-Handelskammer kritisiert in ihrem Bericht „The Digital Hand: How China’s Corporate Social Credit System Conditions Market Actors“ vor allem das Ausmaß der Datenlieferung an die Behörden, die auch sensible Informationen wie technologische oder personelle Details enthalten können. Der Präsident der Europäischen Handelskammer in China, Jörg Wuttke, beschreibt das chinesische Social Credit System als den derzeit umfassendsten Versuch, einen sich selbst regulierenden Markt einzuführen, in dem sich Unternehmen gegenseitig beobachten und ihr unternehmerischer Erfolg oder Misserfolg auch durch das Verhalten der Partner und Zulieferer bestimmt werde.

Die deutsche Handelskammer in China befürchtet in ihrem Statement, dass das Scoring-System aufgrund seines „intransparenten Algorithmus“ Spielraum lasse „für den Aufbau von Markthürden abseits von bereits existierenden Markteintrittsbeschränkungen und Regularien.“ Sie sieht aber auch positive Aspekte, insoweit ein solches System im Geschäftsalltag auch „vertrauensbildend bei Unternehmen wirken“ könne. Zur Reduzierung von bisher bestehenden Informationslücken und Unsicherheiten schlägt die deutsche Handelskammer 9 Maßnahmen vor, die aus ihrer Sicht mehr Transparenz schaffen könnten.

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